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Fed-Pause trifft auf Tech-Rallye: Ihr Überlebensguide zur Berichtssaison

29. Januar 2026Quelle: CNBC

Während die US-Notenbank Fed die Zinsen stabil hält, brodelt es am Aktienmarkt. Von der Kaffeetasse bis zur Cloud – hier erfahren Sie alles Wichtige, bevor die Tech-Giganten die Bühne betreten.

Die Marktlage

Der Aktienmarkt verhält sich aktuell wie ein Fahrschüler bei der ersten Autobahnfahrt: nervös, hochkonzentriert und auf jedes noch so kleine Signal fixiert. Während der DAX und der S&P 500 am Mittwoch eher seitwärts tendierten, spielte sich die wahre Action hinter den Kulissen der Federal Reserve und in den Quartalsberichten der US-Schwergewichte ab. Für deutsche Anleger, die traditionell Wert auf Stabilität legen, war dies ein Tag zum Durchatmen – aber auch zum Wachsambleiben.

Was genau passiert ist

Zuerst zum „Schiedsrichter“ der Weltwirtschaft: Jerome Powell. Die Fed hat die Leitzinsen heute unverändert gelassen – ein Schritt, der so vorhersehbar war wie ein Stau am Elbtunnel. Nach den deutlichen Zinsschritten der Vorjahre (drei Senkungen um insgesamt 0,75 % im Jahr 2023 und weitere 1,00 % im Jahr 2024) befindet sich die Fed nun im „Abwartemodus“. Powell merkte an, dass der Arbeitsmarkt zwar stabil sei, die Inflation sich aber wie ein hartnäckiger Gast verhalte, der die Party einfach nicht verlassen will.

Parallel dazu läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. Bei Starbucks scheint der Turnaround-Plan von CEO Brian Niccol endlich Früchte zu tragen – die Aktie legte deutlich zu. Im Gegensatz dazu mussten Danaher und Corning Kursverluste hinnehmen, obwohl die Zahlen solide waren. Es zeigt sich wieder einmal: „Gut“ reicht an der Börse oft nicht aus, wenn die Anleger „Perfektion“ eingepreist haben. Auch GE Vernova verschreckte Investoren kurzzeitig mit Schwächen im Windgeschäft, ähnlich wie man es hierzulande von Siemens Energy kennt, bevor sich der Kurs wieder fing.

Auf den Punkt gebracht

  • Warteschleife der Fed: Die Zinsen bleiben vorerst stabil. Die Notenbank will den Sieg über die Inflation nicht zu früh verkünden.
  • Starbucks-Revival: Die Marke zeigt unter neuer Führung erste echte Erholungstendenzen in den Quartalsdaten.
  • Tech-Giganten im Fokus: Nach Börsenschluss richten sich alle Blicke auf Meta und Microsoft. Die Themen KI-Investitionen und Cloud-Wachstum stehen ganz oben auf der Agenda.
  • Politische Unsicherheit: Da Powells Amtszeit im Mai endet, bereitet sich der Markt auf einen möglichen Nachfolger unter Präsident Trump vor – ein Unsicherheitsfaktor, der auch Auswirkungen auf exportstarke deutsche Werte wie BMW oder Siemens haben könnte.

Warum das für Sie wichtig ist

Hier geht es nicht nur um abstrakte Zahlen in New York. Wenn die Fed pausiert, hat das direkte Auswirkungen auf die globalen Kapitalmärkte, die Renditen von Staatsanleihen und letztlich auch auf die Strategie der EZB in Frankfurt.

Die anstehenden Berichte von Meta und Microsoft sind zudem der ultimative „Vibe-Check“ für den gesamten Tech-Sektor. Investoren achten penibel auf die sogenannten „Capital Expenditures“ – also die Frage: Wie viel Geld verbrennt Mark Zuckerberg eigentlich für KI? Sollte Microsofts Cloud-Sparte Azure auch nur die geringste Schwäche zeigen, könnte das eine Verkaufswelle auslösen, die auch vor dem DAX nicht halt macht.

Wie Jerome Powell in seiner Pressekonferenz warnte: „Die Fed möchte vorsichtig sein und den Sieg über die Inflation nicht vorzeitig erklären.“

Das Fazit

Die Fed hält den Fuß auf der Bremse und überlässt es den Tech-Giganten zu entscheiden, ob die aktuelle Marktrallye noch genug Treibstoff für die nächsten Kilometer hat. Für deutsche Anleger bleibt Sicherheit das oberste Gebot, während die Volatilität aus Übersee zunimmt.