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Venti-Volatilität: Warum Jim Cramer bei Starbucks jetzt den 'Tee abwartet'

29. Januar 2026Quelle: CNBC

Während die Kaffeekette vor wegweisenden Quartalszahlen und einem Investorentag steht, bereitet sich der Markt auf einen möglichen Kurssturz vor. Wir erklären, warum Profis auf einen Rücksetzer warten, bevor sie bei Starbucks wieder zugreifen.

Was passiert ist

Stellen Sie den Espresso bereit, denn der Aktienmarkt ist aktuell eine Mischung aus KI-Euphorie und Quartalszahlen-Nervosität. Während der DAX und der S&P 500 vor der nächsten Zinsentscheidung der Notenbanken eher eine abwartende Haltung einnehmen – ähnlich wie Siemens-Anleger vor einem Strategiewechsel – braut sich bei Starbucks (SBUX) echte Dramatik zusammen.

Nach einer beeindruckenden Rallye von 14,5 % seit Jahresbeginn steht der Kaffeegigant nun vor dem Moment der Wahrheit. Jim Cramer und der CNBC Investing Club haben die Aktie kürzlich auf ein '2-Rating' herabgestuft. Der Grund: Nicht die Qualität des Kaffees wird angezweifelt, sondern die Bewertung der Aktie. Mit den anstehenden Quartalszahlen am Mittwoch und dem großen Investorentag am Donnerstag könnte der Druck im Kessel kaum höher sein.

An anderer Stelle im Markt stahl Corning (GLW) die Show und schoss um über 16 % nach oben, nachdem ein 6-Milliarden-Dollar-Deal mit Meta zur Lieferung von Glasfaserkabeln für KI-Rechenzentren bekannt wurde. Unterdessen sicherte sich Salesforce (CRM) einen 5,6-Milliarden-Dollar-Auftrag der US-Army – ein Beweis dafür, dass selbst Behörden auf digitale Aufrüstung setzen, auch wenn die Aktie aufgrund der KI-Konkurrenzangst noch keinen festen Boden unter den Füßen findet.

Die Starbucks-Strategie

Warum die Zurückhaltung bei Starbucks? Es ist das klassische deutsche Prinzip der Vorsicht: Erwartungen vs. Realität. CEO Brian Niccol hat zwar einen Plan, aber er hat auch eine komplexe Sanierung geerbt. Cramer vermutet, dass der Markt auf ein 'Wunderrezept' hofft, während Niccol eher einen langsamen, soliden Turnaround vorbereitet – so wie man es von einem DAX-Schwergewicht wie BMW bei der Umstellung auf E-Mobilität erwarten würde.

Cramer betonte in seinem Morning Meeting: "Seien Sie geduldig. Wir bekommen von Starbucks vielleicht nicht sofort das, was wir uns erhoffen."

Die Logik dahinter ist so solide wie eine deutsche Staatsanleihe: Wenn die Zahlen nicht perfekt sind, könnten kurzfristige Trader die Aktie abstoßen. Sollte Starbucks absacken, sieht Cramer darin die perfekte Gelegenheit, die Aktie wieder hochzustufen und mit einem 'Rabatt' einzusteigen. Es ist das investive Äquivalent dazu, auf den Schlussverkauf zu warten, anstatt den vollen Preis zu zahlen.

Quick Take: Die Fakten im Überblick

  • Der 14,5 % Sprung: Die Starbucks-Aktie ist in diesem Jahr heiß gelaufen. Das macht sie anfällig für ein 'Sell the News'-Ereignis, falls die Zahlen nicht absolut glänzen.
  • Das 6-Milliarden-Glas-Geschäft: Der Kurssprung von Corning zeigt, dass der KI-Boom nicht nur Nvidia-Chips betrifft, sondern auch die physische Infrastruktur – die Kabel, die alles verbinden.
  • Der Dollar-Faktor: Procter & Gamble (PG) erhielt ein Downgrade von TD Cowen (Kursziel 156 $ / ca. 144 €), aber ein schwächerer US-Dollar könnte den internationalen Verkäufen einen versteckten Schub geben.
  • Modern Warfare: Der Salesforce-Deal mit der Army beweist, dass Unternehmenssoftware unverzichtbar bleibt, auch wenn Investoren derzeit nur Augen für Sprachmodelle (LLMs) haben.

Warum das wichtig ist

Hier geht es nicht nur darum, ob Ihr Latte Macchiato nächsten Monat 50 Cent mehr kostet. Es geht um das 'Turnaround-Narrativ'. Wenn ein neuer CEO wie Brian Niccol antritt, erwarten Anleger oft eine sofortige Transformation. Doch Lieferketten zu reparieren, die Abläufe in den Filialen zu optimieren und unzufriedene Kunden zurückzugewinnen, dauert Jahre, nicht Wochen.

Wenn der Markt überreagiert, bietet dies für langfristig orientierte Anleger – die in Deutschland traditionell Stabilität suchen – einen klassischen Einstiegspunkt. Es unterstreicht zudem einen breiteren Trend: Der Markt bestraft derzeit Unternehmen, die keine sofortige KI-Integration oder explosives Wachstum vorweisen können, wie die verhaltene Reaktion auf den Salesforce-Milliardendeal zeigt.

Das Fazit

Laufen Sie dem heißen Dampf nicht hinterher. Warten Sie lieber, bis der Kaffee etwas abgekühlt ist, bevor Sie bei der Starbucks-Aktie einen großen Schluck nehmen.

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